War das eine Woche - ich habe jedenfalls eine Menge geschafft. Fotos sind auch in der Mache, werden gerade hochgeladen und kommen noch.
Meine erste Email kam von Professor K.: "Ich mache mir Sorgen, wo bleibt der Artikel?" Ich hatte gedacht, das hätte noch bis Ende September Zeit, habe mir dafür extra alle Unterlagen ins Arbeitszimmer gelegt. Also sofort. Ohne jegliche Basis - selbst das QL-Handbuch ist noch unterwegs, habe ich alles korrigiert, in mehreren Runden versteht sich. Nebenbei noch einiges gelernt über diverse statistische Verteilungen. Damit waren die frühen Morgen und die Abende schon mal voll. Jetzt aber ist es druckreif und A., der Guru des Gebietes, hat mir einen lobenden Kommentar geschrieben.
Mein Fahrrad lag brach in der Ecke, ich bin einfach nicht zum Zusammenbauen gekommen. Als ich am Mittwochabend doch daran ging, musste ich entdecken, dass ich die vier Tütchen mit den Schrauben nicht mehr zuordnen konnte.

Das hat mich vier Stunden gekostet. Ich fluchte die ganze Zeit still in mich rein. Das passiert mir nicht nochmal.

Weil die Konstruktion mir doch unsicher erschien, bin ich damit zum Händler gefahren. Auf dem Weg merkte ich schon, dass etwas nicht stimmte. Und tatsächlich ist das äußere Kettenblatt verbogen. Klar, es war ja auch ziemlich ungeschützt.
Wie man an den Fotos oben sehen kann, wohne ich hier schlicht im Studiwohnheim. In meiner Etage sind auch die anderen Adjunct Professorinnen für die Sprachen untergebracht. Zuerst kam Nena (Name geändert) aus Spanien. Es ist ihr erster USA-Aufenthalt und der Besuch von Giant (Supermarkt) war ein echter Kulturschock - ist es ja für jede Europäerin.
Als die Lektorin für Französisch ankam, fiel mir erstmal die Klappe runter. Voll verschleiert! (Ok, das Gesicht ist zu sehen). Meine Assoziation: "Konservativ, gibt Ärger." Sie ist meine direkte Nachbarin und wir teilen uns ein Bad. Soweit läuft es aber gut zwischen uns, obwohl ich gespannt bin, was passiert, wenn ich mal männlichen Besuch mitbringe.
Außerdem gibt es im Erdgeschoss ein Experiment: Dort wohnen Schwule und Lesben zusammen. Als Nena das Serena (Name geändert) erzählte, reagierte diese recht distanziert. Ich habe bislang nur die Lesben getroffen und finde sie ganz witzig. Marcel und J. haben mir erzählt, dass die schwullesbische Gemeinschaft lange für diesen Wohnstil gekämpft hat. J. sagte (scherzhaft?) ich solle mich mit ihnen anfreunden und dann immer berichten. Es wird sicherlich sehr interessant werden.
Sonst sind jetzt auf dem Flur: die deutsche und die italienische Austauschstudentin, die italienische Lektorin (sehr nett, redet noch mehr als ich) und die Chinesin.
Soweit zu meiner häuslichen Situation. Bald mehr von der weiteren ...